Wie finden wir den Weg zu erfolg­reichen Koope­ra­tiven Wertschöp­fungs­sy­stemen?

Vor dem Hinter­grund immer komple­xerer Aufga­ben­stel­lungen in einer sich rapide wandelnden Welt werden Kolla­bo­rative Wertschöp­fungs­sy­steme (KWS) immer wichtiger. Wir sind bereits in verschie­denen Projekten und Beiträgen[1] auf die Funkti­ons­weise, Hinder­nisse, Risiken und Chancen von KWS einge­gangen. In einem Projekt mit unseren Netzwerk­partnern Trilux, Koehler Paper und Innogy[2] haben wir eine Landkarte entwickelt. Sie bietet Orien­tierung und Anleitung auf dem Weg zur erfolg­reichen Umsetzung einer nicht einfachen und keineswegs risiko­armen Koope­ra­ti­onsform.

Eine Landkarte als Workshop-Essenz und „Bedie­nungs­an­leitung“

So wie geogra­phische Landkarten Gelän­de­ei­gen­schaften, natür­liche Hinder­nisse und Grenzen sowie gangbare Routen aufzeigt, so dient auch die KWS-Landkarte auf Basis der Canvas-Technik der Navigation durch ein schwie­riges Terrain. Die Karte ist Quint­essenz der gemein­samen Arbeit im Cross-Industry-Network von futurebizz. Sie vereint 12 Felder auf einer einzigen Fläche. Diese geben Überblick über …

  • … die Ziele und grund­le­gende Ausrichtung eines KWS,
  • … „Strategic Fit“ und „Win-Win-Situa­tionen“,
  • … Struktur des Wertschöp­fungs­sy­stems,
  • … Management desselben,
  • … Regeln der Zusam­men­arbeit als Orien­tie­rungs­hilfe,
  • … Aufbau eines KWS,
  • … die Bedeutung von Geschäfts­mo­dellen,
  • …. Gremi­en­struktur,
  • … Partner­struktur,
  • … Ressour­cen­ma­nagement,
  • … das Grati­fi­ka­ti­ons­modell,
  • … die konflikt­freie Auflösung bzw. den Austritt einzelner Partner.

Die Landkarte bietet Orien­tierung, Naviga­ti­ons­hilfe in einem schwie­rigen Terrain und wichtige Erkennt­nisse, wie KWS entwickelt und gestaltet werden.

Landkarte mit wichtigen Erkennt­nissen

Aus der Definition der KWS ergab sich die Abgrenzung gegenüber anderen Formen der Koope­ration wie ARGES, Forschungs­pro­jekte, Joint Ventures und Netzwerke. Ohne hier auf Details der Grenz­ziehung an dieser Stelle eingehen zu können, ging es vor allem um Naviga­ti­ons­hilfe zur erfolg­reichen Gestaltung und Entwicklung dieses für Zukunfts­wachstum immens wichtigen Koope­ra­ti­ons­mo­dells. Unter den vielfäl­tigen Erkennt­nissen aus der Arbeit an der Karte sind vor allem sieben Punkte hervor­zu­heben:

  1. Bei koope­ra­tiven Wertschöp­fungs­sy­stemen geht es um eine gemeinsame Generierung von Erträgen („Revenue-Bildung“), und nicht um Kosten­senkung oder Risiko­mi­ni­mierung. Die Mitglieder eines KWS bleiben rechtlich selbständig und wirtschaftlich eigen­ständig, sind aber teilweise vonein­ander abhängig.
  2. Die Zusam­men­arbeit im KWS ermög­licht das Angebot erwei­terter und abgestimmter Leistungs­bündel, die gemeinsame Bedienung beson­derer Märkte sowie koope­rative Vertriebs­platt­formen.
  3. Konflikte sind unver­meidbar, jedoch kann ihre faire Bewäl­tigung geradezu als Voraus­setzung für gemein­sames Lernen und die Entstehung von Vertrauen angesehen werden. Ein beson­deres Risk Management ist aller­dings notwendig.
  4. Ein wichtiges Instrument des Risk Manage­ments ist die Partner­suche und Partner­auswahl. Dabei kommt es nicht nur auf die fachliche Kompetenz an, sondern auch auf die Fähigkeit und den Willen zur Koope­ration.
  5. Den Partnern muss bewusst sein, dass als Grundlage der Zusam­men­arbeit auf verschie­denen Ebenen Geschäfts­mo­delle entwickelt bzw. optimiert werden müssen (Geschäfts­modell für: den gemein­samen Markt­auf­tritt, die interne Zusam­men­arbeit; die Geschäfts­mo­delle der Partner müssen in der Zusam­men­arbeit neu definiert, angepasst und gegen­seitig offen gelegt werden).
  6. Vertrauen ist Grund­vor­aus­setzung für eine erfolg­reiche Zusam­men­arbeit. Folglich ist ein syste­ma­ti­scher Prozess zum Aufbau und Gestaltung des KWS notwendig.
  7. Koope­rative Wertschöp­fungs­sy­steme helfen, Business Ökosy­steme zu verstehen und aktiv zu gestalten.

Die hier nur kurz skizzierten Einsichten zeigen bereits die zentrale Rolle von Vertrauen und Offenheit. Dies ist auch deshalb kritisch, da die Ziele von koope­ra­tiven Wertschöp­fungs­sy­stemen (KWS) in der Start­phase oft diffus sind und in der Entwicklung immer wieder werden können. Im Unter­schied dazu haben zum Beispiel ARGES und Konsortien schon von Beginn an klare Ziele.

Trotz aller Schwie­rig­keiten werden viele Unter­nehmen und Organi­sa­tionen um KWS nicht herum­kommen, wenn sie Zukunfts­märkte erschließen wollen. Die Entwicklung dieser Märkte erfordert hier sich beständig verän­derndes Know-how, wachsende Agilität und nicht unerheb­liche Ressourcen. Dies stellt viele (und nicht nur kleine) Unter­nehmen vor Heraus­for­de­rungen, die „mit Bordmitteln“ nicht zu stemmen sind. Steht Ihr Unter­nehmen vor der Notwen­digkeit, ein KWS zu entwickeln oder beizu­treten, besteht aber Unklarheit über den Weg zum Erfolg? Dann können Sie sich die Landkarte herun­ter­laden, bzw. Kontakt mit uns aufnehmen. Wir unter­stützen Sie gerne dabei, eine zielfüh­rende Richtung zu finden.

[1] Siehe z.B. „Innovation als Gamer Changer: Wie Koope­rative Wertschöp­fungs­sy­steme funktio­nieren“, in: https://boettcher-consulting.de/innovation-als-gamer-changer-warum-kooperative-wertschoepfungssysteme-noetig-sind-und-wie-sie-funktionieren

[2] Das Projekt „Koope­rative Wertschöp­fungs­sy­steme“ wurde von 2/2017 bis 1/2018 im Rahmen von 5 Workshops und inten­siven, ergän­zenden Backoffice-Tätig­keiten bearbeitet.

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